...Die Farce geht witer...

Il futuro, inutile dirlo, è un posto pericoloso da frequentare, fittamente minato e con la tendenza ad azzannarti i polpacci a tradimento mentre ti ci inoltri. (J.G.Ballard)

„Der Prozess wird bis zu einem noch festzulegenden Termin verschoben.” Mit diesen wenigen Worten und ohne weitere Erklärungen annullierte das Gericht den Termin für den ersten Prozess, der am Donnerstag 22. Oktober, hätte stattfinden sollen.

Wir sprachen bereits wiederholt über seltsame Ereignisse im Verlauf der rechtlichen und tatsächlichen Aufarbeitung der Geschehnisse vom 14. Januar 2018: die lange Liste der willkürlich Beschuldigten; die Polizeirazzia im Morgengrauen in den Häusern der Beschuldigten; die erpresserischen Verhöre, oft mit Druck und Drohungen; die phantasievollen Aussagen des Staatsanwalts Respini und die unrechtmäßigen Einmischungen des Staatsrats Gobbi; und natürlich die vielen „Schwierigkeiten“, die während der Untersuchung festzustellen waren, begleitet von seltsamem Schweigen und fehlenden Antworten. Nach fast drei Jahren des Wartens, sollte im August der erste Prozess plötzlich in aller Eile abgehandelt werden. Nun, ebenso plötzlich und ohne jeden Grund, wird der Prozess verschoben und die umfangreichen Beweisanträge der Verteidigung werden gleichzeitig vollständig abgelehnt. Dazu gehören die vollständige Einsicht in die – offensichtlich manipulierten – Videoaufnahmen der Sicherheitskameras, auf denen entscheidende Sequenzen fehlen. Weiter die Anhörung etlicher von der Verteidigung geladener Zeugen und die Auskunft über das Sicherheitsdispositiv der Kantonspolizei an jenem Tag.

Ein Prozess, der "voranschreitet": aktueller Stand und unerwartete Neuigkeiten

Nach fast drei Jahren Wartezeit wurden endlich die ersten Prozesstermine für die bekannten Geschehnisse anlässlich des Spiels HCAP-Lausanne festgelegt. Die Art und Weise und der Zeitpunkt sollten nun aber auch die Unaufmerksamsten zum Nachdenken anregen. Zunächst einmal wird es zwei Prozesse geben. Der erste Prozess gegen 5 als „besonders gefährlich“ eingestufte Ambrì-Piotta-Fans findet am 22. Oktober 2020 am Strafgericht von Bellinzona statt und kann als Schaufenster der ganzen Medienfarce und Hexenjagd betrachtet werden.

Solidarität mit Rojava

“Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker” Ernesto “Che” Guevara

„Wir sitzen alle im selben Boot“, heißt es in diesen Tagen immer wieder. Doch auch wenn es stimmt, dass wir in einer Zeit der Unsicherheit und des Zweifels auf Sicht segeln, dann ist das Boot dennoch nicht für alle gleich.

Nur wenige haben ein schönes Segelboot, auf dem sie in Ruhe ihre Tage verbringen können. Es gibt viele, die jeden Tag mit dem Ruderboot zur Arbeit fahren müssen, weil sich die auf dem Segelboot dafür entschieden haben. Es sind die Bauarbeiter, das Verkaufspersonal, die Angestellten in der Industrie, die Hauskuriere und die Landarbeiter, die trotz der Gefahren jeden Tag arbeiten müssen. Sie arbeiten, weil Arbeit ihnen und der übrigen Bevölkerung das Überleben ermöglicht. Dann gibt es Gesundheitspersonal jeder Art und Rolle, dessen Boot im Laufe der Jahre durch kontinuierliche Kürzungen der Sozial- und Gesundheitsausgaben reduziert wurde, das aber auch am frühen Morgen zur Arbeit schwimmen würde.

Nein zu den Identitätskontrollen!

Nach den jüngsten Erpressungen des Norman “uhuhuhuh” Gobbi, mit denen er seine Forderungen nach ID-Kontrollen in den Hockeystadien des Kantons durchzusetzen versucht, wollen wir doch einige Punkte klarstellen und Position beziehen gegen die wiederholten Wahnvorstellungen des Polizeidirektors.

Angriff auf die Curva Sud (oder: Überwachen und Strafen, Kapitel 2)

Auf die in einem früheren Schreiben gestellten Fragen haben wir bis jetzt keine Antworten erhalten, hingegen schlug in der Zwischenzeit die harte, repressive Hand desjenigen, „der seit Jahren geflissentlich daran arbeitet, Nulltoleranz durchzuset- zen und die organisierte Fanszene zu zerstören”, wie erwartet heftig zu. Mittwoch, 14.3.2018, ab 6 Uhr morgens: Im Rahmen einer Grossaktion der Tes- siner Polizei unter Leitung des Staatsanwalts Nicola Respini werden 16 Fans des HCAP zuhause verhaftet und abgeführt. Zahlreiche Häuser werden durchsucht, in denen Gegenstände jeglicher Art beschlagnahmt werden: Pullover, Schals, Au- fkleber, Kalender, und wenige pyrotechnische Objekte. Die Mobiltelefone werden ebenfalls beschlagnahmt. Stellen wir uns den Schock und die Verunsicherung der Kinder, der Lebenspartner, der Freunde oder der Eltern vor, wenn am frühen Mor- gen Polizeikräfte mit einem Durchsuchungs- und Haftbefehl vor der Türe stehen. Die „Operazione Valascia”, erinnert in ihrem Ausmass an Polizeiaktionen gegen interna- tionalen Drogenhandel oder Geldwäscherei oder an Ermittlungen im Rahmen von Tötungsdelikten.