Un jetz sperrt uns alle aus!

  • Pubblicato il: 17 Nov 2018
  • Categoria comunicati

Traduzione in tedesco del comunicato E adesso diffidateci tutti!

Per quelli che c’erano.
Per quelli che ci sono.
Per quelli che ci saranno.
Per quelli che non ci sono più.
…la storia continua…

Versteht uns richtig. Es ist eine grosse Freude, unzählige Komplimente für die Choreografie zum 30. Geburtstag zu erhalten und sie mit der gesamten blauweissen Gemeinschaft zu teilen. Es ist unsere Geschichte – niemand ausgeschlossen – die uns begleitet, im Guten wie im Schlechten seit 1988. Es gäbe noch viel hinzuzufügen, zu präzisieren und zu offenbaren, aber wir denken die ganze Geschichte ist in dem Film im klassischen Stil, der am Dienstag zu sehen war, relativ gut zusammengefasst.

Aber um keine Verwirrung zu stiften und niemandem etwas vorzumachen, müssen wir einige Dinge klarstellen. Die Choreografie wurde von den üblichen Leuten erdacht, kreiert, erarbeitet und ausgeführt. Darunter sind auch die 40 Ausgesperrten wegen den Vorfällen gegen Lausanne. Es sind die Leute, die sich entschieden haben, nicht für einzelne Spieler zu singen. Es sind die Leute, die die Liga kritisieren und seit 30 Jahren in der Kurve kein Spiel verlieren. Die Leute, die Solidaritässammlungen organisieren und die rein gar nichts für Normann Gobbi und die Polizei übrig haben. Genau die Leute, “die ihr nie so haben werdet, wie ihr sie gerne hättet” und die sich gegen den modernen Sport und neue repressive Gesetze wenden.

Lasst euch also nicht täuschen. Die Gioventù Biancoblu steht für Kohärenz, Mentalität, Idealismus und eine Lebenseinstellung. Wenn entschieden wird, nicht für einzelne Spieler zu singen, dann geschieht dies nicht willkürlich, sondern nach durchdachter (und niemals einfacher) Analyse. “Diffidati con noi” wird für die Menschen gesungen, die für 2 oder 3 Jahre nicht mehr an die Spiele kommen dürfen, weil sie die Valascia verteidigt haben und weil sie an der Organisation von Fanmaterial und Auswährtsfahrten beteiligt waren. Damit kann man einverstanden sein oder auch nicht. Es wird niemand gezwungen mitzusingen, aber diese Menschen auszupfeiffen zeugt von Mangel an Respekt. Es ist zu einfach, die Kurve nur für ihre Choreos und das Fanmaterial zu schätzen. Es gibt keine “gute” und “schlechte” Seite der Kurve, aber unten in der Mitte gibt es eine Art gelebte Menschlichkeit, mit all ihren Qualitäten und all ihren Mängeln. Eine gelebte Menschlichkeit – antirassistisch und antifaschistisch – in der gedacht, diskutiert, umgesetzt, analysiert, sich verteidigt und auch geirrt wird. Dies alles mit einer Leidenschaft und der Bereitschaft notfalls hinzustehen und Gesicht zu zeigen.

Als einige Jahre nach dem Entstehen der GBB die erste Fahne von Che in der Kurve auftauchte, gab es alles andere als Beifall. Heute gehört Che zum Panorama der Curva Sud, hingegen wird die GBB als “zu politisch” kritisiert. Aber aktive Politik wurde in der Kurve nie gemacht (es waren sicher nicht wir, die Abstimmungsempfehlungen zur zweiten Gotthardröhre gegeben haben). Wir sprechen von Idealen und Werten. Ganz im Gegensatz zu dem Typen, – seine “extremistischen” Sympathien sind ja kein Geheimnis – der Identitätskontrollen einführen will. Ganz im Gegensatz auch zu denjenigen – die Narrenköpfe von der Liga – die die totale Zensur einführen indem das Aufhalten kritischer (“gegen die Moral und die guten Sitten” oder “gegen Polizei und Sicherheitskräfte”) Spruchbänder mit 2 Jahren Stadionverbot belegt wird. Mit diesen Regelungen gäbe es die GBB bereits seit Jahren nicht mehr und die Choreo vom Dienstag hätte nie statt gefunden.

Zum Schluss 3 Dinge. Erstens: das letzte Bild in der Choreo ist eine Erinnerung und ein Dank an alle die nicht mehr da sind oder nicht mehr ins Stadion dürfen. Zweitens: Edith Piaf feat. DJ Cut Killer in der Valascia abzuspielen ist keine einfache Sache. Aber die moralischen und kommerziellen Zwänge von Sicherheit und Disziplin zu brechen ist immer eine sehr schöne Sache. Beispielhaft am Ende des Liedes – leider vom Speaker übertönt – die Stelle: “uh uh assassin de la police uh uh”. Drittens: es wurde gefragt ob die Geburtstagsglückwünsche an Geo am Ende des Spiels ehrlich gemeint waren. Es soll jede/r so sehen wie er/sie will… wir finden Ironie etwas Grossartiges und denken gerne an jenes Goal von Gigi Viganò zurück…

No davvero e in nessun modo “on ne regrette rien”!

Da 30 a difesa della SUD.

Gioventù Biancoblu – CURVA SUD - Ambrì